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Lama-Kurz-Steckbrief:

Herkunft: Süd-Amerika
Nahrung: Gras, Kräuter, Laub
Größe: 1m bis 1,2m Stockmaß
Gewicht: 120-220kg
Lebenserwartung: 20-25 Jahre

Lama und Alpaka - die Enkel des Vikunja und Guanako

Vor ca. 6000 bis 7000 Jahren begannen die Inkas das Vikunja und Guanako zu domestizieren. Aus einer selektiven Zucht entstanden dann die Lamas und Alpakas. Die Inkas brauchten Tragtiere für die alltäglichen Arbeiten in den kargen und schwer zugänglichen Gegenden. Ein Lama-Hengst kann bis zu 30 Kilogramm tragen und dabei bis zu 50 Kilometer pro Tag zurücklegen. Außerdem ist er ein guter Wolle-Lieferant. Das Alpaka ist zierlicher als das Lama. Seine Wolle ist jedoch wesentlicher feiner und sehr begehrt. Damit zählen sie zu den ältesten Nutztieren der Menschheit.

Lamas sind Schwielensohler. Im Vergleich zu Kühen, Pferden oder Schafen beschädigen sie nicht den Boden auf dem sie sich bewegen. Da sie zusätzlich bei der Nahrungs-aufnahme nicht rupfen, sondern die Spitzen gezielt abgrasen, sind sie ausgezeichnete Landschafts- oder Deichpfleger. Die Grasnarbe wird nicht verletzt und empfindliche Dämme nicht beschädigt. Sie betreiben keine gegenseitige Fellpflege, wälzen und scheuern sich aber sehr gern. Sie legen sich getrennte Kot-, Liege- und Wälzplätze an.

Lamas sind ganz außergewöhnliche Tiere. Ihr Wesen strahlt eine besondere Harmonie aus. Durch ihre beruhigende Art entsteht sehr schnell eine besondere Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Kinder lieben den Umgang mit Lamas, und so erfreuen sich seit einiger Zeit auch hierzulande diese genügsamen sensiblen Tiere immer größerer Beliebtheit. Man sollte aber nie vergessen, dass Lamas und Alpakas Herdentiere sind und deshalb sollte man mindestens 2 - 3 Tiere halten.

Neuweltkameliden erreichen ihre Geschlechtsreife in der Regel ungefähr in einem Alter von 18-24 Monaten. Junghengste beginnen bereits im Alter von einigen Monaten bei jeder Gelegenheit auf andere Tiere aufzureiten. Dies ist aber nur als ein frühes Training anzusehen. Lamas haben keinen Hitzezyklus, sondern sind dauernd brünftig. Der Einsprung erfolgt 24-36 Stunden nach der Begattung. Somit können sie das ganze Jahr über aufnehmen. Die Tragzeit beträgt 11,5 Monate. Die Stuten bringen immer nur ein Fohlen zur Welt und werden einige Wochen nach der Geburt erneut gedeckt.

Häufige Fragen:

1) Zu welchem Zweck kann man Lamas benutzen ?

  • Zuchttiere
  • Packtiere
  • Wollelieferant
  • Haus- und Hobbytier
  • Therapie von Kranken, Physiotherapie
  • Gewinnung von Fleisch :-(

2) Sind Lamas intelligente Tiere ?

Ja, sie sind intelligent und dadurch leicht zu trainieren. Nach nur wenigen Wiederholungen lernen sie viele Dinge, wie das An- und Ablegen eines Halfters, Leinenführigkeit, das Ein- und Aussteigen aus einem Auto oder Hänger oder einen Packsattel zu tragen. Es gibt sogar Wettkämpfe, bei denen Hindernisparcours zu bewältigen sind.

3) Kann man ihre Wolle nutzen ?

Ja, die Lamawolle ist fettfrei, federleicht, warm und wertvoll. Sie wird von Leuten, die sie selbst verspin-nen und verweben sehr begehrt. Die Qualität der Alpakawolle ist jedoch noch sehr viel besser.

4) Sind sie gute Packtiere ?

Lamas sind ausgezeichnete Tragtiere. Sie können mit bis zu 30 kg belastet werden. Sie besitzen eine sehr hohe Trittsicherheit, was sie auch unwegsame Gelände bewältigen lässt. Mit ihrer ledrigen Schwielensohle wird die Grasnarbe nicht verletzt.

5) Was und wie viel fressen sie ?

Alle kamelartigen (Tylopoden) käuen ihre Nahrung wieder, zählen jedoch nicht, wie z.B. Rinder und Schafe, zu den Wiederkäuern. Sie haben einen nur dreigeteilten Magen. Weil sie ein relativ niedriges Proteinbedürfnis haben, kommen sie auf den unterschiedlichsten Weiden und auch mit reiner Heufütterung aus.

6) Wie ist ihr Charakter ?

Die sehr soziallebenden Tiere brauchen dringend Artgenossen. Anfänglich etwas scheu, sind Lamas freundlich und sehr neugierig. Ihre ruhige Art und ihr Einfühlungsvermögen machen sie für jedermann, auch für Kinder, leicht hantierbar.

7) Sind Lamas laut ?

Lamas verständigen sich sowohl mit einer Reihe von Ohr- Schwanz- und Körperstellungen, als auch mit einem schrillen Alarm- oder Angstlaut und durch ein arteigenes Summen. In der Regel sind sie aber so gut wie nicht zu hören.

8) Spucken Lamas ?

Spucken ist eine Ausdrucksform der Rangordnung innerhalb der Herde. Es ist äußerst selten, dass Lamas gezielt nach Menschen spucken. Man sollte sich nicht zwischen zwei Lamas stellen, wenn diese gerade um einen neuen Platz in der Rangordnung buhlen.